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Die Geschichte unseres Hauses dürfte einzigartig sein: Name und Institution "Jerusalem" in Hamburg existieren seit über 150 Jahren

Die Ursprünge gehen zurück ins Jahr 1845, als von der Presbyterianischen (Reformierten) Kirche in Nordirland ein Missionar zum Zwecke der Unterstützung und Bekehrung notleidender Juden, die auf ihre Ausreise in die Neue Welt warteten, nach Hamburg entsandt wurde und in der Innenstadt eine erste Hausgemeinde um sich scharte. Ein Missionshaus, das Arbeits- und Unterkunftsmöglichkeiten bot, und eine Sozial- bzw. Diakoniestation – das "Schwesternheim Salem" – kamen im Laufe der Jahrzehnte hinzu.

Das Gespräch mit Juden, insbesondere die Betreuung jüdischer Kranker blieb weiterhin das zentrale Anliegen "Jerusalems", als im Jahre 1912 die Jerusalem-Kirche und, mit ihr in baulicher Einheit verbunden, das gleichnamige Krankenhaus samt Diakonissenanstalt am jetzigen Standort (Schäferkampsallee / Ecke Moorkamp) errichtet wurden.

Gründervater und erster Vorsteher war Pastor Dr. Arnold Frank, dem besonders der "Dienst an Israel" in der Einheit von Wortverkündigung und diakonischem Handeln am Herzen lag. Kirche und Krankenhaus gingen eine enge Symbiose ein. Im Krankenhaus sollte die kollegiale Zusammenarbeit von Ärzten über alle Konfessions- und Religionsgrenzen hinaus verwirklicht und die bedürftigen Glieder der Gesellschaft nicht vergessen werden.

"Außer der Krankenpflege in Privathäusern und der mit der Diakonissenanstalt verbundenen Klinik soll auch Krankenpflege an Armen geübt werden" (Pastor Dr. Frank).

Zum "Diakoniewerk Jerusalem e.V. Hamburg" zählt neben dem Krankenhaus und dem Diakonissenhaus seit 1949 auch eine in mehreren Bundesländern (Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt) etablierte Abteilung "Kinder- und Jugendhilfe", hervorgegangen aus einer Erholungs- und Heimstätte für notleidende Kinder ehemals rassisch Verfolgter, darunter Juden und Waisen. Sie hat ihren Sitz in Bad Bevensen.

Bei der Gründung des Krankenhauses Jerusalem waren ausschließlich Diakonissen in der Leitung und Pflege tätig. Sie lebten damals wie noch heute in einer Glaubens- und Lebensgemeinschaft in dem angeschlossenen Mutterhaus, das dem "Kaiserswerther Verband deutscher Diakonissenmutterhäuser e.V." angehört. Das Diakoniewerk ist darüber hinaus sowohl Mitglied des Diakonischen Werkes Stuttgart als auch des Diakonischen Werkes Hamburg.

Inzwischen genießt die klein gewordene Schwesternschaft ihren Feierabend, aber der Auftrag, als christliches Krankenhaus Gottes Liebe und Sorge gegenüber Kranken sowie deren Angehörigen erfahrbar zu machen, ist geblieben.

Auch nach der Übernahme durch einen privaten Träger im Jahre 2007 gilt der Grundgedanke einer Zusammenarbeit von Menschen verschiedener Konfessionen im "Jerusalem" unverändert.

September 1912
Baubeginn des Diakonissen- und Krankenhauses Jerusalem.

April 1913
Einweihung und Eröffnung des Krankenhauses mit 40 Patientenbetten und 20 Diakonissenzimmern im 3. OG.

Erster Weltkrieg
Das Krankenhaus als Reservelazarett für verwundete Soldaten und Zivilisten.

1916
Staatliche Anerkennung einer eigenen Krankenpflegeschule.

1926
Vergrößerung des Krankenhauses um ca. 80 Betten, mit Frauenklinik und Röntgeninstitut

1929
Neben drei fest angestellten leitenden Ärzten des Hauses sind 142 Gast-Ärzte tätig.

1935
Übertragung des Eigentums der Diakonissenanstalt und des Krankenhauses auf das befreundete Diakonissenhaus in Bern, um es vor dem Zugriff der NS-Regierung, das in ihm "ein getarntes jüdisches Unternehmen" sah, zu schützen. Unter der Schweizer Leitung wird das Krankenhaus den Zweiten Weltkrieg überstehen; erzwungene Entlassungen nicht-arischer Ärzte.

1940
Auf Anordnung der Gesundheitsbehörde zwangsweise Umbenennung des "arisierten" Hauses in "Krankenhaus am Moorkamp".

26./27.Juli 1942
Schäden im Dachgeschoss und am Seitenflügel des Krankenhauses durch britische Brandbomben

1953
Aufstockung um ein 4. OG für Diakonissenzimmer

1962
Die Diakonissenanstalt Jerusalem e. V. (inkl. Krankenhaus) wird ein freies Werk in der evangelisch-lutherischen Landeskirche.

1975
Umstellung des Krankenhauses auf ein reines Belegarztsystem

1977/78
Erweiterung des Krankenhauses: Neuer Eingang, neue Aufnahme und neue Küche, Physikalische Therapie mit Bewegungsbad

1980
Umbenennung des Trägers in "Diakoniewerk Jerusalem e.V. Hamburg"

1980/81
Schaffung eines neuen OP-Bereiches mit zwei OP-Räumen

1983
Eröffnung einer Pflegestation für Diakonissen im 4.OG.

1987
Eröffnung einer kardiologischen Praxis mit Linksherzkatheterlabor.

1995/96
Umfassende Umbau- und Sanierungsmaßnahmen im EG (HNO-Bereich), Errichtung von zwei weiteren OPs, Schaffung abteilungsbezogener Stationen, Rückverlegung der zentralen Eingangs, Einrichtung eines privaten Schlaflabors.

1997
Umbau und Nutzung des 2. OG mit fünf Intensivbetten durch die CardioCliniC Krankenhausbetriebsgesellschaft mbH (1990 als Fachklinik für Herzchirurgie gegründet).

1999/2000
Renovierung der Stationen Orthopädie und Gynäkologie; Umbau der 1998 geschlossenen Pflegestation zu einer gynäkologischen Praxis.

2003
90-Jahr-Feier des Krankenhaus Jerusalem.

2007
Übernahme des Hauses durch privaten Träger, Umwandlung in die Krankenhaus Jerusalem GmbH. Planung umfangreicher Baumaßnahmen

Krankenhaus Jerusalem GmbH | Moorkamp 2–6 | 20357 Hamburg | Telefon 040. 44 190-0 | Telefax 040. 410 69 73

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